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Gedanken von Freiheit


Gedanken von Freiheit – und warum mich Bali etwas Wichtiges gelehrt hat


Jetzt, wo ich wieder zuhause bin und mit etwas Abstand auf die letzten Wochen zurückblicke, merke ich erst richtig, was diese Zeit mit mir gemacht hat.

Manchmal braucht es Abstand vom Alltag, um den Alltag überhaupt wieder klar sehen zu können.

Ich habe mir nach meiner Reise viele Gedanken über Freiheit gemacht.


Was ist Freiheit eigentlich wirklich?

Ist Freiheit keine Grenzen zu haben?

Ist Freiheit völlige Unabhängigkeit?

Ist Freiheit immer tun zu können, was man gerade möchte?


Lange Zeit hätte ich wahrscheinlich genau so geantwortet.


Doch auf Bali durfte ich etwas erleben, das meinen Blick darauf verändert hat.

Ein ganz besonderer Teil der Reise war ein Stille- und Chant-Retreat von der lieben Kathrin Millinger aus Zell am See in der Villa Palem auf Bali.


Ein wunderschöner Ort. Geschützt. Ruhig. Ein geschlossenes Resort nur für unsere Gruppe. Fast wie eine kleine Welt außerhalb der normalen Welt.


Ein Paradies.

Yoga.

Meditation.

Bewusste Stille.

Weniger Gespräche.

Weniger Reize.

Weniger „Müssen“.


Und genau dort ist etwas passiert, womit ich selbst nicht gerechnet hätte.


Ich, als Mensch, der Freiheit liebt.

Der gerne unterwegs ist.

Der Action mag.

Der gerne erlebt.

Der gerne macht.

Plötzlich habe ich gemerkt:


Wie unglaublich frei es sich anfühlen kann, einfach nur zu sein.


Nicht leisten.

Nicht funktionieren.

Nicht planen.

Nicht ständig reagieren.

Nicht immer das Gefühl haben, jede freie Minute perfekt nutzen zu müssen.

Einfach da sein.

Einfach atmen.

Einfach den Moment erleben.


Und genau dieser Kontrast hat mir plötzlich etwas gezeigt.

Wie laut unser normaler Alltag eigentlich geworden ist.

Wie viele Entscheidungen wir täglich treffen.

Wie oft wir ständig erreichbar sind.

Wie selten echte Ruhe geworden ist.


Und noch etwas ist mir bewusst geworden:

Selbst im Urlaub schaffen wir es oft nicht mehr wirklich abzuschalten.


Vielleicht kennst du das selbst.

Der Urlaub ist begrenzt.

Eine Woche.

Zwei Wochen.

Vielleicht drei.

Vier Wochen.


Und genau dadurch entsteht oft Druck.

„Jetzt muss ich alles erleben.“

„Jetzt muss ich jede Minute auskosten.“

„Jetzt muss ich möglichst viel sehen.“


Gerade ich selbst habe das nach dem Retreat gemerkt.

Nach den Tagen in der Villa Palem hatte ich auf Bali noch weitere Zeit vor mir.

Noch Orte.

Noch Erlebnisse.

Noch Dinge, die ich sehen wollte.


Und trotzdem habe ich gemerkt:

Etwas in mir wollte gar nicht mehr ständig weiter.

Etwas in mir wollte einfach bleiben.


Weil ich dort etwas gespürt habe, das im Alltag oft verloren geht.

Ruhe.

Präsenz.

Ankommen.

Nicht nur körperlich.

Sondern wirklich innerlich.

Eine Situation ist mir besonders geblieben.


Ich wurde gefragt, ob ich mit dem Motorroller noch kurz an den Strand fahren möchte.

Früher hätte ich wahrscheinlich sofort Ja gesagt.

Noch etwas sehen.

Noch etwas erleben.

Noch etwas mitnehmen.


Doch diesmal kam ganz klar aus meinem Inneren:

„Nein. Ich möchte einfach hier bleiben.“

Einfach sitzen.

Einfach schauen.

Einfach diese Ruhe genießen.


Und genau das hat sich plötzlich unglaublich frei angefühlt.

Nicht weil ich nichts tun durfte.

Sondern weil ich nichts tun musste.


Und plötzlich habe ich verstanden:


Freiheit bedeutet nicht immer mehr Möglichkeiten.

Freiheit bedeutet manchmal auch, bewusst weniger zu machen.

Denn oft kommen Menschen vom Urlaub zurück und sind gestresster als vorher.


Weil selbst die Erholung zur Aufgabe geworden ist.

Noch schnell dort hin.

Noch schnell dieses anschauen.

Noch schnell das erleben.

Und irgendwann merkt man:

Man hat alles gesehen.

Aber sich selbst kaum gespürt.


Die Villa Palem auf Bali hat mir etwas gezeigt, das ich mit nach Hause genommen habe:


Ruhe ist kein Luxus.

Ruhe ist notwendig.

Nicht erst dann, wenn der Körper streikt.

Nicht erst dann, wenn man völlig erschöpft ist.

Sondern regelmäßig.

Auch zuhause.


Vielleicht einmal das Handy weglegen.

Nicht jede freie Minute verplanen.

Einfach spazieren gehen.

Einfach sitzen.

Einfach Kaffee trinken.

Ohne Ziel.

Ohne Aufgabe.

Ohne dabei gedanklich schon wieder beim Nächsten zu sein.


Denn vielleicht beginnt Freiheit genau dort.

Nicht wenn wir immer mehr machen.

Sondern wenn wir wieder lernen, einfach zu sein.

Und vielleicht war genau das die größte Reise, die ich auf Bali gemacht habe.


Nicht die Reise über die Insel.

Sondern die kleine Reise zurück zu mir selbst.



 
 
 

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